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7 Fragen an… Josefine Merkatz

Ein Artikel von Birgit Gehrke, Redaktion Flachgau

Ihre „Mitarbeiter“ sind flauschig, bunt und mit einem Platz im Kofferraum zufrieden: Josefine Merkatz ist seit vielen Jahren als Puppenspielerin tätig. Im Interview mit der DIE FLACHGAUERIN spricht sie über ihre Anfänge, Heimatgefühle und den berühmten Nachnamen.

 Josefine, war der Name „Merkatz“ je eine Bürde?
Als Kind war es spannend, einen berühmten Vater zu haben. Meine ersten Bühnenauftritte in Wien wurden von der Presse aber hart beurteilt. Richtig begonnen hat meine Karriere jedoch in Deutschland – da war mein Name unbekannt. Ich wollte nie ein Pseudonym und habe „Merkatz“ auch nach meiner Heirat behalten. Aber einen anderen Vornamen hätte ich gerne gehabt – Josefine mochte ich nie.

Wie bist du zum Puppenspielen gekommen?
Ich war viele Jahre Schauspielerin. Als ich Mutter geworden bin, wollte ich als Familie zusammen sein und habe die Karriere beendet. Nach drei Jahren mit Kind war mir fad und ich begann mit dem Puppenspielen. Mein erstes Stück habe ich im Kindergarten meines Sohnes ausprobiert. Alle waren begeistert und weitere Auftritte folgten. Eine wichtige Stütze ist mein Mann, er baut die Bühnen und macht die Regie.

Josefine Merkatz mit Puppe Fritzi

Josefine Merkatz mit Puppe Fritzi Foto: Birgit Gehrke

Wie kommst du auf die Ideen zu deinen Geschichten?
Beim ersten Buch „Fritzis Abenteuer im Gemüsegarten“ hat mich die Verhältnismäßigkeit von Groß und Klein fasziniert. In dem Buch schrumpft Fritzi und erlebt alles aus der Schnecken-Perspektive. Bei „Fritzis Abenteuer auf dem Bauernhof“ war der Biskuitkuchen meiner Oma der Anfang. Ich wusste, dieser – und das Landleben – müssen vorkommen.

Wie entscheidest du, welches Kinderbuch du nachspielen willst?
Rabe Socke habe ich schon meinem Kind vorgelesen und „kannte“ ihn daher. Der Maulwurf ist eine bekannte Geschichte, die ich lustig fand.

Woher stammen die Puppen, mit denen du arbeitest?
Die Figuren mache ich meist selbst. Ich arbeite alleine, daher brauche ich zudem kleinere Puppen, die ich abstellen kann. Die Kinder sehen mich auf der Bühne. Ich mag das, es gibt den Kleineren ein Gefühl von Sicherheit. Die Figuren leben für die Kinder trotzdem. Außerdem will ich selbst auch mitspielen, ich bin schließlich Schauspielerin…

Du hast in Hamburg, München und Wien gelebt – seit vielen Jahren in Straßwalchen. Was bedeutet Heimat für dich?
In Hamburg war ich die ersten zehn Jahre meines Lebens, das ist auch immer ein wenig Heimat. Aber ich wohne schon so lange in Straßwalchen, meine Eltern haben die Bauernhäuser vor über 40 Jahren gekauft. Sie wohnen im Nebenhaus, meine Schwester wohnt im dritten Bauernhaus. Manchmal ist das fast ein bisschen zu viel Familie rund herum. Als mein Vater die Vater die Häuser kaufte, meinten alle, wir sind so reich, aber das waren alte Bauernhäuser, die kosteten damals fast nichts. Hier ist meine Heimat und ich liebe das Dorfleben. Auch wenn das Dorf groß geworden ist, anfangs waren es vielleicht 400 Leute.

Bist du glücklich?
Ich habe mich schon immer als Glückskind empfunden. Ich bin zufrieden und damit auch glücklich. Ich erwarte mir aber auch nicht so viel, nichts Besonderes. Vielleicht weil ich blond bin (lacht). Darum werde ich nicht enttäuscht, bin nicht unglücklich und sehr zufrieden mit dem, was ich vom Leben bekomme.

Josefine Merkatz wurde am 13. April 1962 als zweite Tochter des Schauspielers Karl Merkatz und seiner Frau Martha geboren. Aufgewachsen in Hamburg, wohnt Josefine heute mit ihrem Mann Marcus Halbig und ihrem Sohn in Straßwalchen. Sie war rund 20 Jahre als Schauspielerin tätig, nun als Puppenspielerin. Bis dato hat Merkatz sieben Stücke erarbeitet und zwei Kinderbücher (G&G Verlag) verfasst.

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