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Die Natur als Kraftkammer

Trainieren im Freien ist die natürlichste Art, sich zu bewegen. Die vielen Fitness-parcours des Flachgaus bieten Sportmöglichkeiten für alle Altersstufen. Auch freies Training ist wirkungsvoll – mit der Natur als Trainingspartner.
Ein Artikel von Birgit Gehrke
Foto: www.kaindl-hoenig.com

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Wälder, Bäche oder karibikähnliche Sandstrände – die Natur des Flachgaus ist vielfältig. Was also liegt näher, als Schweißluft und begrenzte Räumlichkeiten hinter sich zu lassen und das Training ins Freie zu verlagern? Vor allem in der warmen Jahreszeit gibt es keine Ausreden mehr. Einer, der sich seit 2010 intensiv mit dem „Natur- statt Fitnessraum“ beschäftigt, ist Florian Karasek von „frischluft“. Für ihn braucht es kein Fitnessstudio oder gängige Hilfsmittel. Was Karasek zum Trainieren braucht, findet er vor der Haustüre. „Wir machen da Sport, wo Bewegung ihren natürlichen Ursprung hat: im Freien. Außerdem werden hier mehr Sinne angesprochen. Die Motivation ist eine ganz andere,“ so Karasek. Zudem funktioniere der Stressabbau im Wald oder auf einer Wiese besser. Neben der körperlichen Fitness wird die geistige Beweglichkeit im Freien gestärkt. Etwa mit Balanceübungen auf unebenem Boden oder auf Steinen in einem Bach. Damit wird das Körperbewusstsein gestärkt. Wichtig ist der Einsatz von Trainingsgeräten vor Ort: Äste, Steine, Steigungen oder auch Parkbänke.

Baum als Trainingspartner
So wird ein Baumstamm zum Trainingsgerät, Bäume oder Steine als Hilfe für Liegestütze verwendet. Karasek: „Jeder soll sein eigenes Level finden. Wenn ich mich für Liegestütze an einem Baum abstütze, ist das weniger anstrengend, als wenn ich mir für die gleiche Übung einen tiefliegenden Stein suche.“ Ein großer Punkt ist das Eigengewicht. Karasek: „Kniebeugen, Klimmzüge sind immer noch am effektivsten.“
Was Karasek am Sport in der Natur noch schätzt, ist die Abwechslung: „Es gibt nichts Schlimmeres als Monotonie. Wir sind hier sehr gesegnet – es gibt unzählige Plätze fürs Training. Ich bin gerne in der Nähe von Wasser. Im Strandbad von Seeham kommt durch den weißen Sand Karibik-Feeling auf.“

Foto: www.payrphotography.com

Foto: www.payrphotography.com

Fitness-Pfade
Neben den Trainingsmöglichkeiten in der freien Natur gibt es im Flachgau einige Fitness-Pfade (siehe Info-Box). „Natürlich findet man auch viele Möglichkeiten in der Natur. Der Vorteil eines Parcours besteht darin, dass viele unterschiedliche Trainingsmöglichkeiten in nächster Umgebung zu finden sind. Somit ist ein umfassendes Workout in kurzer Zeit möglich. Der typische Hobbysportler sieht die Trainingsmöglichkeiten in der Natur oft nicht“, erklärt Fitness- und Gesundheitstrainerin Waltraud Payr.

Training für alle Altersstufen
Damit die Leute optimal davon profitieren, sollte der Einstieg in Fitness-Parcours von Profis begleitet werden. „Wenn über die Gemeinde laufend Trainings angeboten werden, dürfte einer guten Auslastung nichts mehr im Wege stehen“, ist Payr überzeugt. Ganz neu ist der Fitness-Pfad in Anthering, zu finden an der nördlichen Ortseinfahrt. Geplant wurde die Anlage als Street-Workout Park. „Es gibt Reckstangen, Sprossenwand, Hangelstangen und Barren, wo hauptsächlich mit dem eigenen Körpergewicht trainiert wird. Ebenso wird ein Klettergerüst aufgestellt“, zeigt sich Payr von dem neuen Angebot in ihrer Gemeinde begeistert. Schon länger gibt es die Generationen-Parks in Bergheim und Henndorf. Dahinter steckt ein Parcours, der es allen Altersstufen ermöglichen soll, sich zu bewegen: vom Armzug über Gleichgewichtsübungen auf Pedalos bis hin zu Stützsprüngen. Für die Kleinsten bietet ein Spielplatz Beschäftigung. Ähnlich präsentiert sich das Freiluft-Fitnessstudio in Henndorf – seines Zeichens der erste österreichische Outdoor-Motorik-Park.

Die Natur hat keine Öffnungszeiten
Auch Payr sieht viele Vorteile am Training im Freien: „Vor allem das Naturerlebnis. Und der Aufwand ist geringer: Schuhe anziehen, loslaufen, fertig! Dazu kommt der entscheidende Punkt: es kostet nichts und ich muss auf keine Öffnungszeiten Rücksicht nehmen.“
Payr selbst läuft am liebsten durch den Wald. „Das finde ich besonders effektiv. Verbunden mit den richtigen Krafteinheiten fördert das auch einen flachen Bauch. Etwa am Boden oder auf der Parkbank sitzend, den Oberkörper nach hinten geneigt, die Beine ausstrecken und dann die Knie zur Brust ziehen, natürlich öfter wiederholen. Besonders effektiv kann das mit Hilfe von Reckstangen trainiert werden. Mit beiden Händen an der Stange festhalten, die Knie langsam anziehen und wieder absenken.“

Fitness-Pfade im Flachgau

Bergheim Generationen-Park
Anleitungstafeln erklären, wie an den Geräten trainiert werden soll. Trainiert werden können unter anderem die Arme, das Gleichgewicht, der Bauch oder die Reaktionsfähigkeit.

Henndorf Generationen-Park
Hier kann an 17 Stationen trainiert werden.

Jogging- und Nordic-Walking Parcours Elixhausen
Schaubilder mit insgesamt 30 Übungen, verschiedene Walking- und Joggingstrecken.

Fitness Parcours Anthering
Fitnessmöglichkeiten an Reckstangen, Sprossenwand, Hangelstangen, Barren und Klettergerüst.

Fitness-Parcours Seekirchen
Nahe dem Strandbad gibt es seit April 2017 einen Dehnungs- und Stretchingbereich, diverse Übungen sind auf Schildern zu lesen.

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Gemini

• Schulterbreiter Stand
• Beine leicht beugen, Gesäß nach hinten
• Zehenspitzen zeigen nach vorne
• Knie bleiben vertikal hinter den Zehenspitzen
• Oberkörper leicht nach vorne beugen, Rücken gerade
• Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule
• Hände im Hüftstütz

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Sculptor

• Nur Zehenspitzen und Handflächen berühren den Boden
• Arme und Beine durchstrecken
• Handgelenke unter den Schultern, Finger zeigen nach vorne
• Hände und Füße in etwa gleich weit auseinander
• Becken kippen und leicht erhöhen
• Blick nach unten

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Crater

• Sehr breiter Stand
• Kniewinkel ca. 90° -> nur so weit runter gehen, bevor die Knie nach vorne kippen
• Zehenspitzen zeigen nach außen • Knie nach außen in Richtung der Zehenspitzen drücken
• Oberkörper möglichst aufrecht, Rücken gerade
• Hände im Hüftstütz

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Centaurus

• Beine durchgehend 90° beugen
• Leicht versetzte Schrittstellung
• Zehenspitzen zeigen nach vorne
• Knie bleibt vertikal hinter der Zehenspitze
• Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt
• Oberkörper möglichst aufrecht, Rücken gerade
• Knie, Gesäß, Schulter bilden eine Linie
• Hände im Hüftstütz

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