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Ein Recht auf schöne Freizeit

Menschen mit Beeinträchtigung haben das gleiche Recht darauf, einmal auf Urlaub zu fahren, schöne Ausflüge zu machen oder auch einmal fortzugehen. Kurz, die Freizeit so zu genießen wie jeder Mensch. Um dies möglichst vielen Menschen mit Beeinträchtigung zu ermöglichen, haben Karin und Markus Zuckerstätter den Verein „active“ ins Leben gerufen.
Ein Artikel von Doris Thallinger
Discoabend im Partystadl Fotos: Privat

Discoabend im Partystadl
Fotos: Privat

Strahlende Augen, unbeschwertes Lachen, glückliche Gesichter. Die Freude ist riesig – über Dinge, die für die meisten von uns selbstverständlich sind: ein Kinoabend, ein Ausflug im schönen Salzburger Land, eine gemeinsame Wanderung oder ein Thermenbesuch. Für die meisten Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Beeinträchtigung sind diese Aktivitäten leider alles andere als selbstverständlich. Meist fehlt es am Angebot, am Angebot persönlicher Assistenz, die notwendig wäre. „Wir sind der Meinung, dass jeder Mensch das Recht auf eine schöne Freizeit haben sollte, egal, ob er mit einer Beeinträchtigung lebt oder nicht“, sind sich Karin und Markus Zuckerstätter einig. Das junge Ehepaar setzt genau hier an: „Leider besteht – trotz enorm hoher Anfrage – ein Riesenmangel an Angeboten. Wir haben uns entschlossen, diesem Mangel entgegen zu wirken.“
Zwischen den Freizeitbedürfnissen von Menschen mit und ohne Behinderung gibt es grundlegend keinen Unterschied. Nur sind Menschen mit Beeinträchtigung zumeist in ihrer Mobilität eingeschränkt und haben kaum die Möglichkeit, ihre Freizeit selbstständig und selbstbestimmt zu gestalten.

Ausflug nach Venedig

Ausflug nach Venedig

Vor allem möchten sie nicht nur die eigens für sie initiierten Veranstaltungen besuchen, sondern auch einmal etwas ohne Eltern oder institutionelle Betreuung erleben!
Und hier kommen Karin und Markus Zuckerstätter ins Spiel, die genau zu diesem Zweck den Verein „active – Freizeitbegleitung für Menschen mit Beeinträchtigung“ ins Leben gerufen haben. Die Sozialarbeiterin und der Wirtschaftsjurist haben es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 15 bis 40 Jahren mit geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen ganz besondere Freizeiterlebnisse zu bescheren.

Am Leben teilhaben
Das jährliche Highlight, das Karin und Markus Zuckerstätter ihren Schützlingen Jahr für Jahr bieten, ist sicherlich die Urlaubsreise nach Italien. Zwei Mal treten sie die Reise je Saison an und verbringen eine ausgelassene Woche mit den jungen Menschen am Meer. Aber – Urlaub ist eben nur einmal im Jahr – und so haben die beiden auch eine Vielzahl an Aktivitäten für einen Tag oder für ein Wochenende ins Leben gerufen. Gemeinsam mit jungen Betreuern bekommen die Teilnehmer so die Möglichkeit, außerhalb der eigenen vier Wände (und nicht zuletzt einmal ohne Eltern) vergnügliche Tage zu verbringen, sei es auf einer Städtereise nach Wien, auf einem Erlebniswochenende im Europapark Rust oder auf einem Wintersportwochenende im Salzburger Land.

Ausflug nach Kärnten - Minimundus

Ausflug nach Kärnten – Minimundus

Die Begeisterung ist jedes Mal groß. „Für die Teilnehmer ist es etwas Besonderes, ihre Freizeit mit jungen, gleichgesinnten Menschen unter der Aufsicht von jungen Betreuern zu verbringen“, so Karin Zuckerstätter. „Und auch für die Eltern ist es eine große Entlastung, da sie ja während der Woche meist durchgehend mit der Betreuung ihrer Kinder beschäftigt sind“, ergänzt Markus Zuckerstätter. Und darüber hinaus: „Wir sind der Meinung, dass die Inklusion in der Freizeit einen wirklich elementaren Beitrag für das gesamte Leben von Menschen mit Beeinträchtigung leistet, insbesondere im Hinblick auf Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Selbstständigkeit.“

Freude am selbst gefangenen Fisch

Freude am selbst gefangenen Fisch

Einzigartiges Engagement
In den vergangenen Jahren, seit Bestehen des Vereins, hat sich die Umsetzung ihrer Idee mehr und mehr zur persönlichen Herzensangelegenheit entwickelt. „Die Arbeit mit diesen Menschen ist ein besonderes Geschenk, denn man bekommt so viel Freude und Dankbarkeit zurück, von den Teilnehmern wie auch von den Eltern! Man kann von jedem einzelnen Menschen mit Beeinträchtigung so viel lernen. Durch die Arbeit mit ihnen haben wir begonnen, das Leben mit anderen Augen zu sehen. Man wird auf den Boden der Realität geholt und erkennt schnell wieder, dass manche eigenen Probleme wirklich „Luxusprobleme“ sind.“

Galaabend-Salzburgerin1

Flachgauer des Jahres 2017 der Gala der Salzburgerin: Karin und Markus Zuckerstätter haben vor knapp fünf Jahren, noch während ihrer Studienzeit den Verein Active gegründet und bieten Freizeitprogramme für junge Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung an.

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