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Fest spielen und Feste feiern

Der Sommer ist Festspielzeit. Überall im Land. In der Stadt sowieso. An den Seen, in vielen Gemeinden werden für Touristen und Erlebnishungrige Feste organisiert, sogenannte „Events“, Partys veranstaltet und mitunter sogar Kultur geboten. Hauptsache, die Leute haben Spaß. 

Salzburg ist Festspielland. Das spürt man im Sommer ganz besonders, weil allerorten im Sog des Salzburger Festivals für Unterhaltung gesorgt wird, nicht ganz uneigennützig, aber den Gästen soll doch etwas geboten werden. Mitunter auch etwas oberflächlich und lärmend. Macht auch nix, weil es gut für die Tourismusregion ist.

Zwei Seiten einer Medaille 

Es ist mehr als verständlich, dass, wenn in der Ferienzeit Gäste aus aller Welt nach Salzburg anreisen, neben den Festspielen auch leichte Unterhaltung geboten wird, auch für die einheimische Bevölkerung, und damit auch zur wirtschaftlichen Prosperität des Landes beigetragen wird. Manchmal scheint das Profitstreben zwar übertrieben, aber das liegt im Wesen von Festen und Festivals. Seefeste mit Show-Bestandteilen ziehen massenweise Besucher an und machen den Sommer auch für die weniger betuchte Klientel zur Fest-Spiel-Zeit, Partys werden für die jüngere Generation zu Hotspots zeitgemäßer Kommunikation und kleinere Kulturinitiativen bemühen sich sogar um Niveauvolleres, etwa um einen anderen „Jedermann“. Und dazu kommt natürlich der Werbeeffekt, wenn sich Prominente zeigen und in Medien darüber berichtet wird. Die Veranstalter und verschiedenen Gemeinden wetteifern miteinander um die Gunst der Besucher, was die Vielfalt steigert und das Geschäft belebt. Gut so.

Erlebnis und Brauchtum

Dementsprechend sollten die manchmal genervten Anrainer und Bewohner die Geduld haben, all die kleineren und größeren Feste zu tolerieren, denn schließlich lebt das Land zu einem Gutteil vom Tourismus. Und wenn dort oder da über die Stränge geschlagen wird, sollten wir großzügig darüber hinwegschauen. Denn bald zieht wieder der (Bauern-)Herbst ins Land und dann ist ja wieder genug Zeit, sich auf die Ursprünge ländlicher Kultur zu besinnen, Bierzelte aufzustellen und bei Volksmusik die Tracht herzuzeigen, die man als echter Salzburger im Schrank hat. Und dann beweisen wir den Gästen, dass Brauchtum und Festspiele kein Widerspruch sind und der Besuch bei uns auch ohne Festspiele erlebnisreich sein kann…

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