Flachgauer Schütze hat Olympiamedaille im Visier

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Flachgauer Schütze hat Olympiamedaille im Visier

Sebastian Kuntschik ist einer der besten Skeet-Schützen der Welt. Bei den Olympischen Spielen im brasilianischen Rio de Janeiro zählt der junge Oberndorfer, der auch den österreichischen Rekord hält, zum erweiterten Favoritenkreis.
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Fotos: Helmut Millinger

Fünf Jahre hat Sebastian Kuntschik auf sein großes Ziel hingearbeitet. Im vergangenen August war es dann endlich soweit: Beim Weltcupbewerb in Aserbaidschan qualifizierte sich der Sportschütze mit einem zweiten Platz für Olympia 2016 in Rio. „Es war auch deshalb ein unbeschreibliches Gefühl, weil alles sehr knapp war. Ich musste mich in einem Stechen gegen vier Konkurrenten durchsetzen“, erinnert sich der 27-Jährige aus Oberndorf.

Kuntschiks Olympiaauftritt wird am 12. und 13. August stattfinden. Er hofft auf einen Platz im Finale der besten sechs. „Wenn mir dieser Sprung gelingt, ist alles möglich.“ Konkurrenten im Kampf um eine Medaille gebe es allerdings viele: „Von den mehr als 30 Teilnehmern haben etwa 20 das Potenzial zu gewinnen. Einer davon bin ich.“

Neben der Tagesverfassung werde vor allem die mentale Stärke den Ausschlag geben, so Kuntschik. Die Schießanlage in Rio sei zwar etwas gewöhnungsbedürftig, bei der Olympia-Generalprobe im April sei er aber immer besser mit den Bedingungen zurechtgekommen.

Der Oberndorfer hat bereits in jungen Jahren mit dem Wurfscheibenschießen begonnen. „Als ich zehn oder elf war, hat mich ein Bekannter auf den Schießplatz in Weitwörth mitgenommen. Ich habe es ausprobiert und war sofort begeistert.“ Kurz darauf beginnt Kuntschik mit dem regelmäßigen Training und tastet sich zunächst an die heimische und später auch an die internationale Spitze heran. Seit 2010 gehört er der österreichischen Nationalmannschaft an, in der Weltrangliste stößt er bis auf den dritten Platz vor.

In seiner Disziplin, dem Skeetschießen, sind nicht nur körperliche Ausdauer, sondern vor allem auch Konzentration und Reaktionsschnelligkeit gefragt. „Die Wurfscheibe hat einen Durchmesser von nur elf Zentimetern und fliegt mit fast 90 km/h durch die Luft. Das optimale Zeitfenster, um zu schießen, beträgt eine halbe Sekunde.“

Um ins Olympiafinale zu kommen, wird Sebastian Kuntschik voraussichtlich 122 von 125 Scheiben treffen müssen. Der von ihm gehaltene österreichische Rekord liegt bei 123 Treffern. „Aussetzer werde ich mir keinen leisten können“, weiß der junge Oberndorfer.

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