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Flüchtlingsverteil-Zentrum am Salzburger Hausberg

Soziale Verantwortung und Hilfsbereitschaft sind Kennzeichen einer humanen Gesellschaft. Unverschuldet in Not Geratenen zu helfen, auch wenn sie nicht aus der Mitte unserer Gesellschaft kommen, ist menschliche Pflicht. Und doch gibt es gegen Asylsuchende immer wieder Ressentiments und sogar Proteste.

Das Flüchtlingsverteil-Zentrum im ehemaligen Luxushotel Kobenzl am Abhang des Gaisbergs ist sogar für diejenigen kein Problem, die Asylanten eher ablehnend gegenüberstehen, liegt es doch abseits der Wohngebiete, und keiner der aufrechten Bürger fühlt sich belästigt oder in Gefahr. Und dennoch flackert immer wieder eine Diskussion darüber auf, ob und wie man die „Asylanten ausgrenzen könnte, dass diese nur  Wirtschaftsflüchtlinge und „Sozialschmarotzer“ seien, sogar kriminell und für alles Schlimme, das passiert, mehr oder weniger verantwortlich.  Die Rufe nach Wiedereinführung von Grenzkontrollen sind sicherlich nicht der richtige Weg, den Zustrom der Flüchtlinge zu stoppen, ebenso wenig die Ausgrenzung oder die Abschiebung. Das Problem liegt auch bei und besonders in uns.

Aus welchem  Grund auch immer die Eigentümer des

Kobenzl ihre Liegenschaft als Verteilzentrum zur Verfügung stellen, es ist fast absurd, an einem der schönsten Plätze unseres Hausberges nun Flüchtlinge einzuquartieren. Die Begründung für die Akzeptanz dieser „Lösung der Flüchtlingsproblematik“ lautet, es fühlten sich keine Nachbarn belästigt, weil es keine gäbe, und ist schon ein Offenbarungseid der hier herrschenden Fremdenfeindlichkeit, der Umgang mit diesen armen Flüchtlingen generell ein Armutszeugnis.

Sowohl Politiker als auch „soziale Einrichtungen“ flüchten aus der Verantwortung, indem sie den Mangel an Unterbringungsmöglichkeiten lautstark beklagen – von den Kosten ganz zu schweigen. Dem ist entgegenzuhalten, dass es sehr wohl genügend Quartiere gäbe, die Eigentümer aber offensichtlich nicht bereit sind, ihre soziale Rolle, die sie sich sehr oft selbst zusprechen, zu übernehmen. In Klöstern etwa, von denen es etliche gibt, hat man noch nie einen Asylanten gesehen, in den meisten Pfarreien ebenfalls nicht und die Länder, also auch Salzburg, sind nicht bereit, eines der in ihrem Besitz befindlichen Gebäude samt Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Eine Schande für die Haltung unserer Gesellschaft!

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