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Gastfreundschaft? Oder jeder Gast – eine persönliche Beleidigung?

Salzburg ist eine Tourismushochburg. Viele Menschen, ja die ganze Region, leben teilweise davon, Gästen aus aller Welt die Salzburger Kultur näher zu bringen, diese zu bewirten und ihnen den Urlaub so angenehm wie möglich zu machen. Aber dort und da scheint dies zur lästigen Pflicht geworden zu sein.

Salzburg ist ein Tourismus-Land. So ist´s. Und Salzburg lebt zu einem Gutteil davon. Und viele gastronomische Betriebe. Das spüren auch die Einheimischen, die letztere frequentieren. Sei es durch die Festspielpreise, die inzwischen ebenso auf dem Land verrechnet werden, oder auch die mitunter fast schon ignorant anmutende Überheblichkeit, mit der die Gäste behandelt werden. Damit müssen Gäste wie auch SalzburgerInnen einfach leben. Auch wenn das Lohnniveau nicht höher ist als anderswo. Ist das der Preis für den Aufenthalt in einer architektonisch einmaligen Stadt wie auch in einer der schönsten Landschaften Europas?

Als Gegenleistung aber sollte man sich zumindest etwas erwarten dürfen, nämlich Gastfreundschaft und ein bisschen mehr an Dienstleistung, als es in einer abgelegenen Dorfwirtschaft üblich ist, so meint man. Aber da erlebt man dann so seine Überraschungen. Begrüßung? Gibt´s nicht! Ein „Bitte“ und „Danke“ sind Fremdwörter und dies sogar in sehr gut besuchten und von der Schickeria bevorzugten Häusern in allerbesten Lagen. Der Gast wirkt wie ein Bittsteller, geduldet, keinesfalls gerne bedient. Jeder Gast – eine persönliche Beleidigung? In einer jüngst renovierten Großgaststätte war der Kellner nicht einmal der deutschen Sprache mächtig und sein Ton passte eher in den Kasernenhof. Worauf Gäste am Nachbartisch unter lautstarkem Protest das Lokal verließen. Das legt den Schluss nahe, dass den Betreibern das Wohlergehen des Gastes ziemlich egal ist, Hauptsache, er zahlt die überhöhten Preise. Und das bedienende Personal kostet nichts, weil man es aus Osteuropa zu Mindest-Dumpinglöhnen anstellt.

Auch im Sinne der hier beheimateten, arbeitenden und Steuer zahlenden Bevölkerung wäre eventuell ein Umdenken angebracht. Wenn man sich in manchen Gastronomiebetrieben nicht rasch wieder der Gastfreundschaft besinnt, für die Österreich einmal bekannt war, dann werden sich gute Gäste bald anderen Destinationen zuwenden, die einheimischen hat man ohnehin durch die hohen Preise schon fast in die Flucht geschlagen.

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