Maria Plain von allen Seiten

Maria Plain von allen Seiten

Die Zeit der Hochgebirgs-Wanderungen ist vorbei. Aber Maria Plain vor den Toren der Stadt bietet gerade in der Übergangszeit wunderbare Wege für jeden Anlass.
Ein Artikel von Christian Heugl

Das bezaubernde Marienbild blieb bei einem Brand unversehrt.

Der Plainberg war zu allen Zeiten ein beliebtes Ziel. Die römischen Gutshofbesitzer schätzten ihn genauso wie später die geistlichen Herren: ein gefragtes Rückzugsgebiet mit besten Aussichten auf das Land und den inneren Frieden. Kein Wunder also, dass auf diese sanfte Erhebung zwischen Bergheim und der Landeshauptstadt auch heute noch viele Menschen pilgern. Die einen kommen gar rückwärts und lösen ein Versprechen ein, die anderen suchen den sportlichen Ausgleich, wieder andere einfach Ruhe und Frieden. Oder vielleicht auch nur einen freien Platz auf den Sonnenbänken mit dem unvergleichlichen Ausblick auf das Salzburger Becken. Sie alle werden vom Plainberg nicht enttäuscht, ein dichtes Wegnetz erfüllt die stillen und die kommunikativen Wünsche gleichermaßen.

Oben angekommen dominiert natürlich die mächtige Wallfahrts-Basilika Maria Plain, die nach den Plänen von Giovanni Antonio Dario zwischen 1671 und 1674 erbaut wurde. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte eine Messe für Maria Plain, wenn auch nicht die in diesem Zusammenhang oft erwähnte Krönungsmesse.

Ein grünes Gegengewicht zur mächtigen Barockarchitektur stellt die gewaltige Linde dar, die in stiller Einfachheit auf der Wiese gegenüber steht. Wahrhaft harmonische Plätze öffnen sich da am höchsten Punkt. Entweder zum Niederknien in der Kirche oder zum Niedersetzen auf der Bank rund um den zum Naturdenkmal erklärten Baum. Auch ein Blick in die Auslage des Andenkenladens gehört zu einem Besuch in Maria Plain. Das mechanische Miniaturtheater erklärt seit über 80 Jahren die Entstehungsgeschichte von Maria Plain oder gewährt einen Blick in den sagenhaften Untersberg. Staunende Gesichter und platt gedrückte Nasen, damals um ein paar Groschen, heute um 40 Cent.

Relativ neu hingegen ist der Plainer Ansitz, der in den Sommermonaten einen traumhaften Einkehrplatz bei Speis und Trank garantiert. Die schlichte Terrasse mit dem luxuriösen Logenblick auf die Stadt und die Berchtesgadener Alpen befindet sich auf der Westseite des Kalvarienberges.

„Am Sonntagvormittag nach Maria Plain, nicht aus Andacht, sondern wegen der schönen Aussicht“

1784 schrieb dies Leopold Mozart an seine Tochter Nannerl.

Wandern am Plainberg

Anfahrt: A 1, Abfahrt Bergheim. Auf der B 156 in den Ort und über die Dorfstraße und den Pfarrweg zur Kirche. Parkplätze befinden sich neben der Kirche. Lokalbahn S1, Bus 110. 10 Gehminuten.

Ein guter Ausgangspunkt für viele Plainbergrunden ist der Ort Bergheim. Neben der Kirche befindet sich ein Parkplatz und von hier geht es in gemütlichen und sehr sonnigen 30 Minuten an den neu geschaffenen Pax-Natura-Gedächtnisplätzen vorbei vorerst einmal hinauf zur berühmten Wallfahrts-Basilika Maria Plain.

Der Anfang geht auf  ein Marienbildnis zurück, dass im Jahre 1633 den Brand in einer Bäckerei im bayerischen Ort Regen ohne Schaden überstanden hat. Rudolf von Grimming brachte das Bild zuerst nach Mülln und später auf den Plainberg. Zumindest drei Varianten bieten sich für den Rückweg von diesem Barockjuwel an.

Über den Kalvarienberg (Tour 1)

Die kürzeste Möglichkeit führt an den zwischen 1686 und 1692 errichteten Kalvarienberg-Kapellen vorbei hinab zum Hofstättweg und über diesen rechts abzweigend zurück nach Bergheim. Früher verlief hier ein sicherer Handelsweg, weil die Niederungen versumpft waren. Diese Runde ist auch im Winter gut begehbar und bei Schneefall geräumt, oder zumindest ausgetreten (ges.
1 Std., 100 Hm, 3,5 km).

Über den Plainbergrücken (Tour 2)

Etwas länger und bei Schnee nicht unbedingt empfehlenswert ist die Route, die von der Basilika zum Gasthof Maria Plain hinabführt und vom Parkplatz weg wieder aufwärts dem Plainbergrücken folgt. Nach 800 Meter zweigt dieser teils unübersichtlich markierte Weg 810 nach rechts ab und verläuft nun auf der Zufahrtstraße am Bergfuß entlang retour zum Hofstättweg.

Über diese Anrainerstraße geht es wieder retour nach Bergheim (ges. 1 Std. 45 Min., 160 Hm, 4,5 km).

Über Lengfelden (Tour 3)

Die längste Variante nach Bergheim führt vorerst die wenigen Meter am Andenkenladen vorbei zum Gasthof Maria Plain hinab. Auf der linken Seite befindet sich ein Privatparkplatz und hier zweigt der Weg 810 in nördlicher Richtung über Stufen hinab nach Leng-felden. Die Route führt durch das Betriebsgelände, folgt 100 Meter der B 156 nach rechts, quert diese und verläuft dann links abzweigend eineinhalb Kilometer entlang der Fischach weiter. Bei der Steinbrücke zweigt eine kürzere Variante nach links in die Fischachstraße ein.

Etwas länger ist der Weg 61, der weiterhin der Fischach folgt und in einer Linksschleife zurück nach Bergheim führt. Über die Dorfstraße und den Pfarrweg geht es hinauf zur Kirche, dem Ausgangspunkt der abwechslungsreichen Runde zwischen Bergheim und Maria Plain (ges. 2 Std., 150 Hm, 5,5 km).

Kartographie: Outdoor Active GmbH

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