Schrecklich gesund essen

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Schrecklich gesund essen

„Du bist, was du isst“ oder „Du isst, was du bist“. Kommt Ihnen dies bekannt vor?
Ein Artikel von Maria Riedler

Was aber steckt hinter der bekannten Aussage des deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach (1804–1872)? Die Frage, was eine gesunde Ernährung ist, können selbst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch nicht ausreichend beantworten. Die Wege, die die Nährstoffe im menschlichen Körper nehmen, sind hoch komplex und trotz umfangreicher Forschungen bis heute nicht vollständig verstanden. Denn: Jeder Mensch is(s)t anders.

Pflanzlichen Lebensmitteln, wie Getreide, Obst und Gemüse, kommt dabei die größte Bedeutung zu. Sie liefern wertvolle Ballaststoffe, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralien. Hochwertiges Protein sowie weitere wichtige Vitamine und Mineralien erhält der Körper insbesondere aus tierischen Lebensmitteln, die aber in kleineren Mengen und möglichst fettarm verzehrt werden sollten. Sparsam zu dosieren sind auch Fette und Öle – innerhalb dieser Gruppe kommt den pflanzlichen Produkten wiederum eine besondere, physiologische Bedeutung zu. Unverzichtbar ist die Zufuhr von Flüssigkeit: 1,5 Liter am Tag sind das Minimum.

Hormone und Antibiotika?

So manche Internetseiten und Gesundheitsportale im Internet vermitteln den Eindruck, gesunde Ernährung sei heutzutage gar nicht mehr möglich. Obst und Gemüse wüchsen auf ausgelaugten Böden, heißt es da. In fernen Ländern würden Früchte immer unreifer geerntet und auf langen Transportwegen durch die Welt geschickt. Derart geschunden, enthalte das Obst und Gemüse, das wir schließlich essen, kaum mehr Nährstoffe. Ist unser Essen zudem nicht pure Chemie, mit Zusätzen und Schadstoffen verseucht? Unser Fleisch voller Antibiotika-Rückstände und Hormone? Die Wahrheit ist: In Fleisch dürfen Rückstände von Antibiotika und anderen Arzneimitteln nur bis zu einer zugelassenen Höchstmenge vorkommen, wachstumsfördernde Mittel wie Hormone sind in der Tierhaltung gar nicht erlaubt.

War früher nicht alles besser, natürlicher, gesünder, als der Bauer aus der Region seinen kleinen Boden noch mit Liebe pflegte? Tatsächlich kann sich in Österreich jeder gut ernähren. Obst steht das ganze Jahr über gleichmäßig und in großer Vielfalt zur Verfügung, anders als noch vor 50 Jahren. Die Voraussetzungen für gesunde Ernährung waren bei uns also noch nie so gut wie heute. Nur nutzt dies nicht jeder. Wir essen zu wenig Obst und Gemüse, zu viel Fett und (vor allem die Männer) zu viel Fleisch. Und wir bewegen uns zumeist zu wenig.

Foto: mizina – fotolia.com

Smoothies sind momentan wirklich en vogue. Egal ob grün, rot, gelb oder orange – die bunten Drinks sind wahre Energie- und Vitaminbomben! Vor allem grüne Smoothies gelten als enorm reichhaltig, weil Pflanzengrün eine hohe Nährstoffdichte aufweist. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe werden so zum Gesundheitsdrink, der noch dazu gut schmeckt!

Rezeptvariante für 1 großes Glas

2 Bananen, 125 g Babyspinat (1 große Handvoll), 100 ml Wasser

Tipp: Zuerst die Früchte in den Mixer, dann das Pflanzengrün (Spinat oder Salat), schließlich mit Wasser auf-gießen und mixen!

Ernährung, die krank macht

Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht, Diabetes oder Krebs: Diese Krankheiten werden mit falscher Ernährung oder übermäßigem Essen in Verbindung gebracht. Falsche Ernährungsgewohnheiten führen häufig zu Übergewicht oder Krankheiten wie Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.  Erkrankungen, die durch Über- oder Fehlernährung entstehen bzw. in ihrem Verlauf beeinflussbar sind, werden als ernährungsassoziierte bzw. ernährungsabhängige Krankheiten bezeichnet. Meist kommen sie durch das Zusammenspiel vieler Faktoren zum Ausbruch. Neben Fehlernährung sind Umweltfaktoren, aber auch Vererbung von Bedeutung. Je nach Krankheitsart spielen auch Rauchen, Alkoholkonsum, Umweltschadstoffe sowie Bewegungsmangel eine entscheidende Rolle.

Gesunde Ernährung schützt

Experten gehen davon aus, dass über 60 Prozent der Todesfälle durch ernährungsbedingte Krankheiten verursacht werden. Eine gesunde, das heißt ausgewogene Ernährung, unterstützt das Immunsystem und schützt den Körper vor Krankheiten. Wichtig für eine gesunde Ernährung ist die aufgenommene Nahrungsmenge. Ist die Energiezufuhr höher als der Verbrauch des Körpers, bilden sich Fettdepots. Wichtig ist es also, den Kalorien- und Energiegehalt von Lebensmitteln zu kennen. Aber auch die Zusammensetzung des Speiseplans muss ausgewogen sein: Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte sowie Fisch und etwas Fleisch gehören dazu.

Ernährungsempfehlungen?

Heutige Ernährungsempfehlungen decken in der Regel die Bedürfnisse einer breit gefächerten Gruppe von Menschen ab. Zum Beispiel Erwachsene, Kinder oder Senioren. Der individuelle Bedarf eines Menschen lässt sich aus ihnen allerdings nicht ablesen. Die personalisierte Ernährung könnte diese Lücke eines Tages schließen. Sie berücksichtigt nicht nur Faktoren wie Alter, Körpergröße oder Lebensweise. Sie schließt auch genetische Variationen ein und ist damit individuell. Gesund, ausgewogen, vielfältig – gute Ernährung ist lebensnotwendig.

Doch richtiges Essen allein hält nicht gesund. Wer etwas für seine Fitness tun möchte, braucht auch Bewegung. Dabei muss Bewegung nicht gleich Leistungssport sein – schon eine halbe Stunde moderates Joggen pro Tag kann neuen Studien zufolge nach einer Krebserkrankung das Risiko neuer Tumoren deutlich senken. Körperliche Aktivität baut Stress ab, bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung und stärkt das Immunsystem. Ernährung und Bewegung ergänzen sich optimal.

So fördert Sport den Appetit, umgekehrt sorgt eine gesunde Ernährung für sportliche Fitness. Wer besonders viel Sport treibt, sollte auf eine ausgewogene, kohlenhydratreiche Kost achten – damit der Körper nicht schlapp macht.

Foto: darkbird – fotolia.com

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