Träume auf Rädern

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Träume auf Rädern

Exklusiv, luxuriös, elegant. schnell. So könnte man die Spitzen der Mobilität auf vier Pneus charakterisieren. Aber wo beginnt die Exklusivität und wo endet sie? Was ist ein automobiles Highlight und welche Fahrzeuge sind letztlich doch nur gehobene Fortbewegungsmittel?
Ein Artikel von René Herndl

Die vier genannten Eigenschaften sind natürlich aus verschiedenen Gesichtspunkten unterschiedlich zu beurteilen, aber man darf ganz allgemein annehmen, dass in dieser Klasse nicht nur die schon selbstverständliche technische Perfektion und der Preis die Exklusivität ausmachen, sondern an vorderster Stelle das so genannte Image, das Prestige, das mit der Automarke oder dem Modell verbunden ist. Mag sein, dass die Geschäftsautos von Industriebossen, also BMW 7er, Audi A8 oder die Mercedes S-Klasse, die es jetzt sogar als Cabrio gibt, durchaus höchsten Ansprüchen an Fahrkomfort, Sicherheit und Motorisierung genügen – aber eine Besonderheit, um die Passanten am Parkplatz herumgehen und sich eventuell sogar an der Scheibe die Nase platt drücken, um einen Blick ins Innere werfen zu können, die sieht anders aus! Schon der Jaguar XJ oder ein Maserati Quattroporte sind in der obersten Klasse eher als Raritäten auf unseren Straßen zu bezeichnen. Und jedenfalls beweisen Besitzer solch feiner Automobile bewusst mehr Stil und Geschmack als mittels öfter zu sehender „Massenware“, auch wenn das Segment nur rund 2 Prozent des Gesamtmarktes ausmacht.

Luxus – eine Stilfrage

Generell kann man die Luxusklasse auch nach Entstehungsländern kategorisieren: Die Deutschen machen technisch perfekte Autos, jedoch ohne jenes gewisse Etwas, die Italiener haben den sportlich-eleganten Pfiff, der nirgendwo sonst in dieser Dichte zu finden ist und die Briten bieten jene Noblesse, die über die Frage nach Pferdestärken oder Höchstgeschwindigkeit erhaben ist – auch wenn die Marken durchwegs zu nicht-britischen Konzernen gehören. Na, und dann gibt’s noch die Exoten, die einfach ob ihres Aussehens Aufsehen erregen, auch wenn man den Hersteller gar nicht kennt, geschweige denn weiß, wo das Geschoß erzeugt wird.

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Range Rover Sport

Womit noch eine Kategorisierung möglich ist, nämlich jene nach der Fahrzeugklasse: Sportwagen oder verkappte Rennautos und Limousinen. Bei SUVs gibt es eine immer breitere  Angebotspalette, die das Ziel hat, den Luxus dieser Fahrzeugklasse auf die Spitze zu treiben. Lange galt Range Rover als Benchmark, aber neue Modelle exklusiver Marken drängen die Briten vom SUV-Thron. An der Spitze der Hackordnung steht zweifellos der brandneue Bentley Bentayga, aber auch Maserati macht mit dem schönen Levante viel Wind. Was da vielleicht noch von Lamborghini kommen mag?

Der Maserati Ghibli steht wohl für das untere Ende der Luxusleiter, der quasi als Kunstwerk auf Rädern feinstes Design und Dynamik im Premium-Business-Segment gelten kann, auch wenn der Preis bei 410 Pferdestärken „nur“ an der 100.000-Euro-Marke knabbert. Exklusivität zum „Schnäppchenpreis“ sozusagen. Entscheidet man sich für die nigelnagelneue Mercedes S-Klasse als Cabrio, dann bekommt man ein Auto, das als offener Viersitzer kaum Konkurrenz hat, dem aber auch ein Hauch von Alltäglichem anhaftet, selbst in der stärksten Version. Dass der „S“ mit satter Ausstattung und üppigen Pferdestärken wirklich „Klasse“ ist, kann nicht angezweifelt werden, hinsichtlich höherer Weihen exquisiter Ansprüche aber fehlt noch ein Quäntchen, das sich BMW mit Rolls-Royce und der VW-Konzern mit Bentley angelacht haben. Die beiden britisch-königlichen Marken in deutschen Händen bieten das Non-Plus-Ultra an Automobilität, sei es nun der edle Phantom Drophead Coupé oder ein Mulsanne Speed. Unantastbar an der Spitze als Symbole einer von Zeit und Geld abgehobenen Mobilität! Wenn man von Bugatti absieht.

Rasanz – auch optisch

Etwas dichter gedrängt präsentiert sich das Feld der sportlichen Highlights. Abgesehen von Einzelstücken, etwa von Koenigsegg, stehen jene Marken in der Hackordnung ganz oben, die auch eine gewisse Tradition beim Bau von superschnellen Autos haben. Das PS-Monster unter diesen ist immer noch der neue Bugatti Chiron mit unbeschreiblichen 1.500 PS, den die meisten Menschen nur auf Bildern sehen werden und dessen Preis bei jenem einer teuren Penthouse-Wohnung liegt. Eine fast reinrassige Rennmaschine, allerdings mit zukunftsweisendem Antriebskonzept und sensationell niedrigem Verbrauch kommt aus dem Hause Porsche. Der 918 Spyder mit Hybridantrieb und einer Systemleistung von 887 PS dürfte sogar dem Bugatti fast Paroli leisten können – daneben wirkt der neue 911 R schon wie eine Schlaftablette. In dieser Liga spielt auch der McLaren P1 mit 916 Pferdestärken oder Ferrari, die nicht nur das Auge erfreuen, sondern jeden süchtig machen, der jemals damit fahren durfte. Wer es ganz neu und brachial möchte, der sollte auf den Ford GT2 warten, der demnächst anrollen wird und der schon auf dem Papier sauschnell ausschaut. Von ganz anderem Schlag ist da die neueste Ausgabe des Aston Martin, der brandneue DB11, der logischerweise auch schnell und teuer ist, aber auch dem britischen Stil huldigt, der einen zumindest sichtbaren Abstand zu Extremen nimmt. Die optische Brachialgewalt für heftige Geschwindigkeitserlebnisse kommt wieder aus Italien, auch wenn der Eigentümer einmal mehr in Deutschland sitzt. Der Lamborghini Aventador LP720-4 oder der ganz „normale“ Huracan LP610 (die Zahl steht für die PS) schauen schon im Stehen so rasant aus, dass sich ein Normalverbraucher nicht einmal mehr traut, sich vorzustellen, damit auf der Autobahn nur 130 fahren zu dürfen. Im zweiten Gang geht das ganz locker.

Die Qual der Wahl unter all den automobilen Preziosen ist nur wenigen Menschen vorbehalten, aber auch kleinere Autos können exklusiven Spaß machen und dabei ebenfalls als Blickfang dienen, z.B. wenn man einen Alfa 4c ergattern kann. Luxus kann auch in unerreichbarer Erschwinglichkeit liegen.

Mercedes S Klasse Cabrio

Massarati Levante

Bentley Bentayga

Ferrari FXX

Ford GT2

Lamborghini Huracan LP610

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