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Über Tierliebe und das Gegenteil

Die Aufregung war groß. Vor einigen Wochen wurden in Seekirchen mehrere Hunde auf einer Hundewiese offensichtlich vergiftet. Die Tiere verendeten qualvoll, nachdem sie Köder gefressen hatten. Die Wogen der Empörung in der Bevölkerung gingen hoch und Gut-Aiderbichl-Besitzer Michael Aufhauser setzte eine Belohnung von 10.000 Euro auf die Ergreifung der Täter aus.

Als unmittelbare Reaktion verhängte das Stadtgartenamt Salzburg auf Betreiben von Vizebürgermeister Harald Preuner über die städtischen Hundewiesen eine vorübergehende Sperre. Diese wurde zwar gleich wieder aufgehoben, aber die Diskussion geht weiter und beschäftigt so nicht nur Hundebesitzer.

Dass wir in einer Zeit leben, in der Tiere einerseits extremen individuellen und institutionellen Schutz genießen, dass tausende Hunde und andere Haustiere wie Kinderersatz die Einsamkeit vieler alter Menschen erleichtern – das ist eine Seite der Medaille. Die andere ist jene des vermeintlichen Ärgernisses, das diese Tiere für manche Mitmenschen darstellt – sei es durch die berühmten Häufchen, die sie dort und da hinterlassen, oder durch die sehr einseitige Liebe einiger Menschen zu nur einer Tierart – oft werden etwa Katzen gejagt, weil sie ihrer Natur entsprechend auch Vögel fangen. Auch das laute Bellen von Hunden kann zu Unstimmigkeiten führen … Dass aber Tiere durch den von Menschen verursachten Lärm oder den Schmutz ebenso leiden, wird kaum in Betracht gezogen. Wir sehen viele Tiere nur als „Nutztiere“, nicht als Wesen, die uns auf dieser Welt begleiten und ein Teil der Natur, die wir ohnehin deutlich zu gering schätzen, sind. Dass „Schädlinge“ oder Raubtiere als störend empfunden werden, ist „normal“ – doch ist das universell gesehen rechtens? Dass das Verhätscheln von Haustieren mitunter das Gegenteil von Tierliebe sein kann – ebenso wie auch Lebendtiertransporte, um die sich aber kaum jemand kümmert – wird ignoriert.    

Zurück zum Anlassfall: Der Hass auf bellende Lieblinge anderer BürgerInnen zeugt von einer sozialen Fehlentwicklung des Täters, der man nicht stark genug entgegentreten kann und die, wie hier, auch polizeiliche Konsequenzen nach sich ziehen muss. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass sich Tierschutz nicht nur einseitig auf die geliebten Haustiere erstrecken sollte. P.S.: Die Vergifter wurden noch nicht ausgeforscht. Leider.

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